Die ungeheure Macht des Chefs als Vorbild

Lean Management ist Führungssache und kann nicht delegiert werden!
Die Forschungsarbeiten von H.-G. Häusel im Bereich neurolinguistisches Programmieren (NLP) basieren auf wissenschaftlichen Ergebnissen und zeigen, dass Führung hauptsächlich unbewusst abläuft. Dazu ein Auszug von seinem Buch “Think Limbic”, welches ich gerne bei Lean-Seminare einbaue. Enjoy.

Zum Thema “Unbewusste Orientierung an Führungspersonen”: die ungeheure unbewusste Macht der Vorbild­funktion von Führungskräften, insbesondere vom Chef des Unternehmens.

Dazu ein Beispiel: In zwei Unternehmen sollten Zeitkarten einge­führt werden. Im ersten  Unternehmen sollten die Zeitkarten nur bei den gewerblichen Arbeitern eingeführt werden, weil das Management es sich verbat, “kontrolliert” zu werden.

Im zweiten Unternehmen dagegen ging das oberste Management inkl. Chef zuerst mit gutem Beispiel voran und erst dann wurden die Karten auch im gewerblichen Bereich eingeführt. Während die Einführung im ersten Unternehmen zu erbitterten Kämpfen und Streiks führte, verlief die Ein­führung im zweiten Unternehmen fast problemlos.

Ein kurzer Ausflug in das Schimpansenreich zeigt, wie tief die Orientie­rung am Gruppenführer im Reptilienhirn verankert ist.

Zwei Schimpansengruppen wurden zum ersten Mal in ihrem  Leben mit Karamelbonbons in Berührung gebracht. Bei der ersten Gruppe wurde einem rangniederen Weibchen gezeigt, wie die Bonbons zu öffnen waren, um in den Genuss auch der für Schimpansen wohlschmeckenden Belohnung zukommen.

In der zweiten Gruppe dagegen wurde zuerst der Anführer in das süße Ge­heimnis eingeweiht. Das Ergebnis: Während  in der ersten  Gruppe selbst nach vielen Stunden nur wenige Schimpansen Bonbons aßen, labten sich in der zweiten Gruppe alle Schimpansen bereits nach einer Stunde an den Köstlichkeiten. Beide Beispiele zeigen, welchen wichtigen unbewussten Einfluss das Verhalten und  die Vorbildfunktion von Führern  in Gruppen und Organisationen hat.

Bleiben wir noch etwas bei den Schimpansen, denn dort können wir einen wei­teren Macht-Mechanismus beobachten, der auch bei Menschen gleicher­weise hervorragend funktioniert und deshalb sowohl im politischen wie auch im wirtschaftlichen Alltag gerne und erfolgreich zum Ausbau der Macht benutzt wird.

Geschenke erhalten die Macht

Primatenforscher fanden bei ihren Schützlingen eine merkwürdige Verhal­tensweise: Hordenchefs, die zunächst alle anderen von der frisch erlegten Beute vertrieben, verteilten, bevor sie selbst satt waren, wertvolle Beutestücke an ihre stärksten Horden-Konkurrenten. Zunächst wurde dieses Verhalten als selbstloser Altruismus gedeutet und oft als Beweis dafür zitiert, warum die Evolution doch nicht ganz so egoistisch sei, wie immer behauptet.

Leider hielt diese Hypothese nicht lange. In einer Langzeit-Beobachtung wurde nämlich erkannt, dass von den Affen, die vorher mit Beutestücken belohnt  wurden,  signifikant weniger Rangkämpfe ausgingen, um den Oberaffen abzulösen, als von Affen, die neu zur Gruppe stießen und damit noch nicht oder weniger in den Genuss von solchen Geschenken gekommen  waren.

0 Kommentare :

Kontakt Formular

KW+P Management Consultants AG
Überlandstrasse 111
CH-8600 Dübendorf
Tel.: +41 44 820 73 73
E-Mail: info@kwp.ch

zum Shop

Archiv

Alle Kategorien

Autoren